Wachstumsstützen für die Besten

Grosse Ehre für Anna, Norina, Michaela und Alexander aus dem Maturjahrgang 26.

Die künftige Kanti Aussersihl, auf dem Areal des einstigen Güterbahnhofs gelegen, ist eine zarte Pflanze. Sie ist noch jung und noch nicht flügge – die Alma Mater Kantonsschule Wiedikon wacht darüber, dass der Jungspund gut gedeiht. Entsprechend haben die Bäumchen, die dereinst der Belegschaft der Bildungsschmiede Schatten spenden sollen (das Gleisfeld zwischen HB und Hardbrücke ist nachweislich der heisseste Ort in Zürich!), noch Wachstumsstützen. Das Team von «Die Zürcher Mittelschulen» hatte die geniale Idee, die diesjährigen Plakate der 60 besten Maturitätsarbeiten des Kantons Zürich an ebendiesen Holzstelen zu befestigen. Daraus ergibt sich ein Lustgarten erster Güte – für alle, die Lust haben, sich flanierenderweise anspruchsvolle Themen zu Gemüte zu ziehen. Die sehr sehenswerte Ausstellung «Schlaufenster» ist noch bis zum 7. Juni offen. Falls Sie die vier Preisträger*innen der KZU suchen sollten, kann ich Ihnen verraten, wer sie sind.

Norina Bucher
mit «Zwischen Dialektsterben und Dialektwandel – Eine Analyse des Dialekts im Zürcher Unterland»
Michaela Külling
mit «Programmierung einer Simulation des n-Körperproblems und Analyse mit dem Dreikörperproblem und den Planetenorbits»
Anna Németh mit «Wenn ich Ministerpräsidentin von Ungarn wäre… - ein Reformprogramm»
Alexander Rieser
mit «Design and Development of a Portable Stereoscopic Wigglegram Camera»

Wir gratulieren unseren vier Preisträger*innen, welche die Auszeichung in Anwesenheit von Bildungsdirektorin Dr. Silvia Steiner entgegennehmen durften, ganz herzlich. Wir sind mächtig stolz auf euch (und sollte sich leichte Wehmut eingeschlichen haben, dass es nicht ganz nach vorne gereicht hat zu den 5 Hauptpreisen, dann sei euch versichert: Für uns seid ihr die besten – und das Leben ist nicht immer fair. Und die anderen sind eben auch verdammt gut.)

Sollten Sie, liebe Leser*innen, bei dem einen oder anderen Thema leicht ins Schwitzen geraten, kann Ihnen der Schreibende den neuen Nachbar der Kanti Aussersihl sehr empfehlen. Die Rundsicht auf alle Themen – und auch auf Zürich und das Gleisfeld – ist von der Remise Rosa aus phänomenal und verspricht einen Perspektivenwechsel (schliesslich ist ja Frau Gerolds Garten just vis à vis). Erspriesslich ist es auf jeden Fall, was uns die jungen Bildungswilden hier zeigen. Also: Nichts wie hin – es wird schön und heiss über Pfingsten. Wigglegram Cam nicht vergessen einzupacken!

Text und Bilder: Jost Rinderknecht