Eine Stadthalle mit 210 offenen Türen. Dann-ke, 2026!

208 jungen Menschen stehen alle Türen offen – an der Maturfeier der KZU sorgten offene Türen für einen durch und durch festlichen Durchzug des Jahrgangs 2026.

Durchschritt heisst die logogebende Kugel der Bildhauerin Annemie Fontana, welche im Zentrum des KZU-Campus steht und das auf schöne Art versinnbildlicht, was junge Menschen während ihrer Gymi-Zeit erleben: Sie durchschreiten einen wichtigen Abschnitt ihrer Adoleszenz und treten erstarkt und geläutert ins Erwachsenenleben ein. Meistens. Die Früchte dieses Reifeprozesses – ganz selten gibt es die Frucht auch in Diminutiv an unserer Schule – wurden am legendären zweitletzten Donnerstag vor den Sommerferien in der Stadthalle geerntet. 208 junge Menschen, darunter doch auch immerhin 91 männlichen Geschlechts, empfingen ihr wohlverdientes Maturitätszeugnis. Obwohl die Aussentemperaturen geradezu kühl anmuteten gegenüber vorherigen Jahren und gegenüber der Hitzewelle während den mündlichen Prüfungen, war die Stadthalle auf Durchzug eingerichtet – die offenen Türen im Bühnenbereich brachten etwas Wind in die grosse Fangemeinde der Protagonist*innen.

Noch brauchte es etwas Geduld, bis der Jahrgang von Prorektor und Sportlehrer François Rey – erstmals triumphal einlaufend – in den vordersten Rängen Platz nahm. Rektor Lüthi betonte, dass man an der Fussball-WM ausgerechnet die Idee und den Soundtrack der KZU kopiert hätte, und nicht etwa umgekehrt. Die launigen und persönlichen Reden des Jahrgangsbetreuers wie auch des Maturredners, Alumnus und Spitzentriathlet Jan van Berkel, trafen auf offene Ohren und brachten Viele zum Schmunzeln und zum Nachdenken. Rey erwähnte die Kooperationsbereitschaft seines Jahrgangs, den Maturstreich zu überdenken und mal was Anderes, Wasserschlachtloses, auszuprobieren. Van Berkel betonte, dass es im Leben immer noch ein weiteres «DANN» geben würde, auf das es sich vorzubereiten gäbe, man darob aber nicht vergessen sollte, die Etappen für sich stehen zu lassen, als eigenständig und wertvoll zu erleben und sie auch entsprechend zu würdigen.

Das gelang auf alle Fälle mit dieser würdigen Feier, die wiederum mit einer hervorragenden Schüler*innenband, Chorformationen und Gesangsauftritten – mehrheitlich aus den Reihen der abschliessenden Klassen – musikalisch-festlich und ausgelassen begleitet und umrahmt wurde. Auch wenn es jährlich seit einiger Zeit immer mehr Schüler*innen werden, die per Händedruck, Sonnenblume und einem kurzen «Walk of Fame» den begehrten blauen Karton mit den vielen Zahlen erhalten, so wird doch jedem persönlichen Durchschritt Rechnung getragen. Roland Lüthi zitierte Eichendorffs «Abschied» Bald werd' ich dich verlassen… und stellte, kurz bevor die Entlassenen sich erste Tränen der Trennung verdrücken konnten, in Aussicht, dass die nun von der Bühne Abtretenden jederzeit willkommen seien an der KZU – etwa um Jahre später wieder einmal eine Klassenzusammenkunft auf dem Campus zu feiern, wie dies in der bald 55jährigen Geschichte der Schule immer mehr Ehemalige täten. Ab 18 Uhr wurde dann (sic!) angestossen auf all diejenigen, denen fortan alle Türen offen stehen werden! Wohl bekomm's! Schön, wart ihr bei uns! Und ja, wir nehmen an, dass ihr den blau-weissen Karton als Teil der persönlichen Sammlung wie einen Goldschatz hütet und nicht an die Strassenecke stellt – wir sind schon gespannt darauf, was «DANN» nach der Matur aus euch wird! Dann-ke, euch!

Text und Bilder: Jost Rinderknecht
Weitere Bilder (ca. 250) der Feier finden sich hier – nur für KZU-Angehörige mit Login.